Unsere überschaubare Gemeinde ist umgeben von Grünflächen, Landwirtschaft und Wald. Außerdem zeichnet uns das Weltnaturerbe Grube Messel aus. Das sind Ressourcen, die uns gute Chancen eröffnen, nicht nur mit den Lebewesen vor 47 Millionen Jahren zu werben, sondern auch die heute vorhandene Tier- und Pflanzenwelt in den Blick zu nehmen. Der weltweite Rückgang vieler Arten wird seit langem beklagt. Doch können wir das Thema nicht nur der Politik überlassen! Das Verschwinden von wilden Blühpflanzen, von Insekten und damit der Nahrung von Vögeln, Fledermäusen und Reptilien liegt nicht nur am Klimawandel.
Gerade vor Ort können wir mehr tun: Mit dem Landschaftspflegeverband (LPV) für den Landkreis und der NABU Projektgruppe Messel haben wir Gespräche zu diesem Thema geführt. Wir wollen gerne gemeinsam mit Messeler Bürgerinnen und Bürgern in kleinen Schritten etwas verändern. Die Bauverwaltung berät mit NABU-Aktiven, wie Pflegemaßnahmen durch den Bauhof so angepasst werden können, dass Pflanzen und Tiere am Boden mehr Überlebenschancen bei der Mahd haben. Aber alle Messeler sollten mithelfen.
Erstes Projekt: Mehr Schmetterlinge für Messel !
Auf vielen Messeler Wiesen und Randstreifen wachsen Wiesenknöpfe, die in einer engen Verbindung zu einer europaweit sehr gefährdeten Falterart stehen: Der Wiesenknopfameisenbläuling legt in deren Blüten seine Eier ab, aus denen sich dann Larven entwickeln. Bestimmte Ameisen schleppen die Larven in ihren Bau, wo diese sich von Ameiseneiern ernähren, bis sie sich verpuppen. In dieser Zeit liefern die Schmetterlingslarven den Ameisen einen süßen Nährstoff, damit sie nicht selbst gefressen werden. Die entwickelten Falter fliehen anschließend aus dem Bau und leben nur wenige Wochen für die Fortpflanzung zur nächsten Generation. Die Bundesregierung hat sich verpflichtet, diese Art vor dem Aussterben zu retten.
In Messel können wir zum Schutz der Schmetterlinge etwas beitragen. Das beginnt mit dem Schutz der Wiesenknöpfe. Leider werden sie oft zu einem falschen Zeitpunkt abgemäht, weil sie nicht als besonders zu schützende Art erkannt werden. Das gesetzliche Verbot hilft ihnen deshalb nicht. Es gibt für jeden Messeler zwei Möglichkeiten zu helfen:
- Samen des Spätblühenden Wiesenknopfs kann jeder in seinem Garten oder auf seiner Wiese aussäen. Der NABU bietet an, Samen auszugeben und zur Einsaat zu beraten, die noch bis Juni möglich ist. Erste Gelegenheit dazu gab es am 9. Mai beim Pflanzenflohmarkt des Obst- und Gartenbauvereins im Messeler Bürgergarten. Im Herbst soll das Angebot wiederholt werden.
- Bei Spaziergängen in der Gemarkung kann jeder die Sichtung von Wiesenknöpfen an die NABU Projektgruppe Messel oder an den Bauhof melden. Blütezeit ist im August und September. Wir werden nochmals daran erinnern.
Helfen Sie bei der Erhaltung und Verbesserung unserer Natur mit!
Kontakte: messel@nabu-darmstadt.de, bauhof@messel.de
